Diamant-Level oder Nachbarschaftshilfe? Warum Verbindung nicht verkauft wird – A.Bosse

August 2026 · Women’s Network Mallorca

Diamant-Level oder Nachbarschaftshilfe? Warum Verbindung nicht verkauft wird

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Unterstützerinnen des WNM,

die Zikaden singen ihr lautestes Lied, der Asphalt in Palma flimmert schon vor dem Frühstück, und in den WhatsApp-Gruppen des Netzwerks ist es in diesen Wochen mindestens genauso heiß hergegangen wie draußen. Der August ist die Zeit der Siesta, der langen Abende auf der Terrasse – und, so viel Ehrlichkeit muss sein, offenbar auch die Hochsaison für Kollagen-Shakes, Wunderöle und die Frage, ob man nicht auch Interesse an einem ganz besonderen Geschäftsmodell hätte.

Zwischen Kaffeeklatsch und Katalog

Es beginnt harmlos. Ein Kompliment für die Handtasche, eine Frage nach der Hautroutine, eine kleine Einladung zum Kaffee. Und irgendwann, meist zwischen zweitem Schluck und drittem Keks, taucht er auf: der Katalog. Oder der Link. Oder die Einladung zum „unverbindlichen Kennenlerngespräch“, das erstaunlich viele Folien hat. Wer im WNM schon eine Weile dabei ist, kennt dieses Muster inzwischen bestens – und die stillen Seufzer, die durch die Gruppen gehen, sprechen eine deutliche Sprache.

Network-Marketing ist, das sei an dieser Stelle ganz nüchtern gesagt, ein legitimes Geschäftsmodell, und niemand im WNM möchte einer Kollegin ihren beruflichen Weg absprechen. Doch zwischen einem freundlichen Hinweis auf das eigene Business und dem systematischen Abklappern der Mitgliederliste liegt ein Unterschied, den die Betroffenen meist deutlich schneller spüren als die Verkäuferin selbst. Wer ein Netzwerk vor allem als Vertriebskanal betrachtet, hat das Wesentliche daran offenbar noch nicht ganz verstanden.

Was das Netzwerk eigentlich zusammenhält

Das Women’s Network Mallorca ist über die Jahre zu einer Gemeinschaft von mittlerweile weit über zweihundert Frauen gewachsen – Ärztinnen, Unternehmerinnen, Künstlerinnen, Juristinnen, Familienmanagerinnen und vieles mehr. Ja, es gibt auch eine Business-Mitgliedschaft, ja, berufliche Kontakte und Kooperationen sind ausdrücklich erwünscht. Aber wer genau hinschaut, erkennt schnell, worauf das eigentliche Fundament ruht: auf echter Verbindung, auf gegenseitiger Unterstützung, auf dem Gefühl, in der Fremde nicht allein zu sein. Der geschäftliche Nutzen ist ein schöner Nebeneffekt guter Beziehungen – niemals ihr Ausgangspunkt.

Genau deshalb lohnt sich in diesem August ein kleiner Rückblick auf die eigenen Beweggründe. Wer tritt einem Netzwerk wie dem WNM bei, um in kürzester Zeit möglichst viele Abnehmerinnen für Nahrungsergänzungsmittel zu finden? Und wer, um eine Freundin zu haben, die auch mal um Mitternacht ans Telefon geht, wenn der Umzugscontainer nicht ankommt oder die Behörde mal wieder ein Formular verlangt, das niemand versteht? Die ehrliche Antwort auf diese Frage sagt meist schon alles.

Ein Blick zu den Nachbarn – im wörtlichen Sinne

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf den jüngeren, männlichen Ableger des Netzwerks. Das Männernetzwerk Mallorca (MNM) unter der Leitung von Dr. Walter Herzog gibt es erst seit einem halben Jahr, und explizit sei es, so betont Herzog selbst, kein Vertriebsclub, bei dem jeder aus allen Poren Geschäftsmöglichkeiten ausstrahlen solle. Stattdessen gehe es um etwas ganz anderes: „Die Treffen sollen eine persönliche Bereicherung sein, einfach Freude machen“, beschreibt er das Ziel des MNM.

Diese Haltung mag den Herren neu sein – für das WNM ist sie seit jeher Gründungsversprechen. Die Business-Ebene des Netzwerks war immer als Zugabe gedacht, nicht als Hauptgang. Ein Netzwerk lebt von Vertrauen, und Vertrauen lässt sich, anders als Kosmetikprodukte, nicht in Wochenpackungen verkaufen.

Ein bisschen Humor, viel Klarheit

Niemand im WNM möchte künftig mit hochgezogener Augenbraue jede Kaffeeeinladung prüfen, ob am Ende vielleicht doch ein Bestellformular wartet. Das wäre schade, und es würde genau der Offenheit widersprechen, die das Netzwerk ausmacht. Ein kleiner Vorschlag für den Rest des Sommers: Wer tatsächlich ein Business hat, das sie stolz macht, darf es gerne in der dafür vorgesehenen Business-Gruppe teilen – dort freut sich jede über neue Impulse. Wer hingegen eine Freundin sucht, die einfach zuhört, findet im WNM genau das, wofür es ursprünglich gegründet wurde: Menschen, keine Kundinnen.

Und falls demnächst doch wieder ein Katalog auf dem Tisch landet, hilft womöglich ein Lächeln und ein Satz, der ebenso freundlich wie eindeutig ist: Das Netzwerk ist bereits voll – von guten Gesprächen.

Zu guter Letzt

Der August lädt zum Innehalten ein, zum Genießen langer Abende und ehrlicher Gespräche ohne Verkaufsabsicht. Das WNM war, ist und bleibt ein Ort der Verbundenheit – ein Ort, an dem Frauen einander stärken, weil es guttut, und nicht, weil am Ende ein Umsatzziel wartet. Wer das im Blick behält, wird auch im Hochsommer merken, wie viel Reichtum ein Netzwerk bietet, das nichts verkaufen will außer Gemeinschaft.

Einen wunderschönen, unbeschwerten August wünscht Euch

Dein Team des Women’s Network Mallorca

PS: Habt Ihr Ideen, Feedback oder Ankündigungen für den September? Schreibt uns gerne an .

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