Liebe Mitglieder, Freundinnen und Unterstützerinnen des WNM,
der März ist da, und mit ihm einer der wichtigsten Tage im Kalender für uns Frauen: der 8. März, der Internationale Weltfrauentag. Ein Tag, der uns daran erinnert, wie weit wir gekommen sind – und wie weit der Weg noch ist. Während draußen auf Mallorca der Frühling langsam einzieht, ist es Zeit, innezuhalten und über unsere eigene Rolle als Frauen in dieser Welt nachzudenken.
“Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin”
Dieser provokante Buchtitel von Ute Ehrhardt aus den 1990er Jahren hat nichts von seiner Aktualität verloren. Im Gegenteil: Er trifft den Kern dessen, womit viele von uns noch heute kämpfen. Ehrhardt beschreibt darin, wie Frauen von klein auf lernen, “brav” zu sein – angepasst, zurückhaltend, gefällig. Wir sollen nicht zu laut sein, nicht zu fordernd, nicht zu selbstbewusst.
“Frauen, die Erfolg haben wollen, müssen doppelt so gut sein wie Männer. Glücklicherweise ist das nicht schwer”, schreibt Ehrhardt mit einem Augenzwinkern, das die bittere Wahrheit dahinter nicht verbergen kann. Denn seien wir mal ganz ehrlich: Auch 2026 müssen wir uns noch beweisen, noch rechtfertigen, noch kämpfen – für gleiche Bezahlung, für Anerkennung, für Führungspositionen, für Respekt.
Ein weiterer Gedanke aus Ehrhardts Werk ist besonders treffend: “Das Problem ist nicht, dass Frauen zu wenig können, sondern dass sie zu viel dürfen sollen – nämlich alles gleichzeitig: Karriere, Kinder, Haushalt, und dabei bitte immer gut aussehen und nie müde sein.” Diese Mehrfachbelastung ist keine Gleichberechtigung, sondern eine weitere Form der Ungleichheit, verpackt in scheinbare Wahlfreiheit.
Die Realität ist: Wir sind noch lange nicht am Ziel angekommen. Der Gender Pay Gap existiert weiterhin, Frauen sind in Führungspositionen unterrepräsentiert, und die Care-Arbeit – die unbezahlte Sorgearbeit für Familie und Haushalt – liegt nach wie vor überwiegend in unseren Händen. Die Gleichberechtigung, für die unsere Großmütter und Mütter gekämpft haben, ist noch immer nicht vollständig erreicht.
Die Geschichte des Weltfrauentags
Der Internationale Frauentag hat eine lange und bewegte Geschichte. Erstmals begangen wurde er am 19. März 1911 in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz. Über eine Million Frauen gingen damals auf die Straße, um für ihr Wahlrecht, bessere Arbeitsbedingungen und das Ende der Diskriminierung zu demonstrieren.
Seit 1921 wird der Weltfrauentag am 8. März gefeiert – in Anlehnung an einen Streik von Textilarbeiterinnen in New York 1908 sowie an die Februarrevolution in Russland 1917, die Frauen anführten. Was damals als revolutionärer Akt begann, ist heute ein weltweiter Aktionstag, der in vielen Ländern sogar gesetzlicher Feiertag ist.
Die Bedeutung des Tages hat sich gewandelt, aber sein Kern ist geblieben: Es geht um Sichtbarkeit, um die Anerkennung weiblicher Leistungen und um den kontinuierlichen Kampf für Gleichberechtigung. Jedes Jahr steht der 8. März unter einem anderen Motto – 2026 lautet es: “Invest in Women: Accelerate Progress” – Investiert in Frauen, beschleunigt den Fortschritt.
Weltfrauentag in Deutschland
In Deutschland ist der 8. März seit 2019 in Berlin ein gesetzlicher Feiertag – als erstes und bisher einziges Bundesland hat die Hauptstadt damit ein starkes Zeichen gesetzt. Mecklenburg-Vorpommern folgte 2023. Doch auch in den übrigen Bundesländern wird der Tag mit zahlreichen Veranstaltungen, Demonstrationen und Diskussionsrunden begangen.
Die Themen sind vielfältig: Equal Pay Day, Frauenquoten in Unternehmen und Politik, der Kampf gegen häusliche Gewalt, reproduktive Rechte und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Besonders die jüngere Generation macht sich lautstark bemerkbar – sei es bei Klimastreiks, in denen Frauen eine führende Rolle einnehmen, oder in feministischen Bewegungen, die für körperliche Selbstbestimmung kämpfen.
Doch trotz aller Fortschritte bleibt viel zu tun: Frauen in Deutschland verdienen im Schnitt noch immer rund 18 Prozent weniger als Männer für gleichwertige Arbeit. Nur etwa ein Drittel der Führungspositionen ist weiblich besetzt. Und die Altersarmut betrifft überproportional Frauen – ein direktes Resultat von Teilzeitarbeit, Karriereunterbrechungen und schlecht bezahlten “typisch weiblichen” Berufen.
Weltfrauentag auf Mallorca – lokale Besonderheiten
Auch auf Mallorca wird der 8. März gefeiert – mit einem besonderen mediterranen Touch. Die Insel, die kulturell stark von der spanischen Tradition geprägt ist, erlebt an diesem Tag eine besondere Energie. In Palma und anderen größeren Orten finden Demonstrationen und Kundgebungen statt, organisiert von lokalen feministischen Gruppen und Gewerkschaften.
Spanien hat eine lange und kämpferische feministische Tradition. Der 8. März ist hier kein stiller Gedenktag, sondern ein lauter, bunter, kraftvoller Protesttag. In den letzten Jahren haben sich am Weltfrauentag in spanischen Städten Millionen von Frauen zu Demonstrationen versammelt – unter dem Motto “Huelga Feminista” (feministischer Streik). Frauen legen ihre Arbeit nieder – sowohl die bezahlte als auch die unbezahlte Care-Arbeit – um zu zeigen, wie sehr die Gesellschaft von ihrer Leistung abhängt.
Für uns als deutsche Community auf Mallorca ist der Weltfrauentag eine Gelegenheit, uns mit der lokalen Bewegung zu solidarisieren und gleichzeitig unsere eigene Perspektive einzubringen. Denn egal,ob wir in Deutschland oder auf Mallorca leben: Die Herausforderungen sind ähnlich, die Kämpfe sind die gleichen.
Der Mehrwert des Women’s Network Mallorca
Und genau hier kommt das WNM ins Spiel. Denn mal ehrlich: Was hilft uns mehr im Kampf um Gleichberechtigung als ein starkes Netzwerk von Frauen, die sich gegenseitig unterstützen, ermutigen und voranbringen?
Das Women’s Network Mallorca ist mehr als nur ein Business-Netzwerk – es ist eine Community, in der Frauen einander Halt geben, voneinander lernen und gemeinsam wachsen. Wir sind Unternehmerinnen, Angestellte, Selbstständige, Mütter, Partnerinnen, Freundinnen – und wir alle haben eines gemeinsam: Wir haben den mutigen Schritt gewagt, unser Leben auf Mallorca aufzubauen.
Dieser Schritt ist nicht immer leicht. Wir erschaffen uns ein Leben in der Fremde, oft weit weg von Familie und alten Freundeskreisen. Wir kämpfen mit bürokratischen Hürden, Sprachbarrieren und manchmal auch mit Einsamkeit. Doch genau deswegen ist ein gutes Netzwerk das A und O – und genau dafür stehen wir.
Anlässlich des Weltfrauentags möchten wir unsere Vision bekräftigen: Wir wollen eine Community aufbauen, in der Frauen sich gegenseitig empowern, in der niemand alleine kämpfen muss, in der Solidarität und Zusammenhalt an erster Stelle stehen.
Möchtest du dich einbringen? Hast du Ideen für Veranstaltungen? Schreibe uns gerne über die bekannten Kanäle – denn dieses Netzwerk lebt von euch allen.
Zu guter Letzt
“Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin” – dieser Satz ist mehr als nur ein provokanter Buchtitel. Er ist eine Einladung, aus alten Rollenmustern auszubrechen, uns nicht mehr klein zu machen, nicht mehr still zu sein. Er ist ein Aufruf, für unsere Rechte einzustehen, laut zu sein, Raum einzunehmen – und solidarisch zu sein mit allen Frauen.
Der Weltfrauentag 2026 erinnert uns daran, dass wir zwar schon viel erreicht haben, aber noch lange nicht am Ziel sind. Und genau deswegen brauchen wir Netzwerke wie das WNM – Orte, an denen wir uns gegenseitig stärken, ermutigen und voranbringen. Gemeinsam können wir Lösungen entwickeln, die Mallorca als Ort der Chancen und des solidarischen Miteinanders erhalten. Gemeinsam sind wir stark!
Herzliche Grüße und Happy International Women’s Day!
Dein Team des Women’s Network Mallorca (WNM)
